Leistung unter Panik

Shownotes

Ich nehme mir vor, Dinge zu erledigen, setze mich hin und plötzlich mache ich alles – außer das, was ich eigentlich tun wollte. In dieser Folge geht es genau um dieses Phänomen: Prokrastination. Ich erzähle, warum sich Aufschieben bei mir nicht nach Faulheit anfühlt, sondern eher nach einem sehr kreativen Umgang mit Zeit. Zwischen Handy entsperren, unnötigen Recherchen und spontanen Nebenprojekten entsteht eine ganz eigene Form von Beschäftigung, die erstaunlich viel Energie kostet und trotzdem nichts von der To-do-Liste streicht. Erst wenn der Druck wirklich da ist, läuft alles plötzlich effizient und schnell. Ich spreche darüber, warum das so ist, warum wir uns dafür oft zu Unrecht schlecht fühlen und wieso „später“ für viele ein ziemlich flexibler Zeitpunkt ist. Eine lockere, selbstironische Kolumne über Alltag, Aufschieben und den ganz eigenen Rhythmus, in dem Dinge manchmal einfach passieren.

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00:00:00: Pro-Krastination oder einfach nur... ich hab kein Bock.

00:00:04: Zwischen Shampoos und Schnitze!

00:00:08: Die Kolumne mit René Oliver.

00:00:11: Pro-krasti-nazion!

00:00:14: Ganz ehrlich, allein das Wort klingt wie eine Diagnose ne?

00:00:17: Somit ernsten Blick.

00:00:18: tut mir leid, dass es chronisch ist.

00:00:20: Und die sitzt da und denkt mehr Perfekt, schieb's seit drei Tagen Sachen auf die ich in fünf Minuten hätte erledigen können.

00:00:25: Warum sagen wir nicht einfach wie es ist?

00:00:27: Pro Krastination heißt doch nur, ich habe keinen Bock!

00:00:30: Also nicht grundsätzlich, ich meine es ja ernst aber halt jetzt und nicht jetzt kann sich bei mir erstaunlich flexibel gestalten.

00:00:37: später ist kein Zeitpunkt.

00:00:39: das ist eher, ich würde mal sagen mein Lebensmotto.

00:00:43: Ich bin da auch wirklich gut drin.

00:00:44: also wenn Aufschieben ein Skill ist, ich hab Level Endgegner, ich setz mich hin mit einem Plan.

00:00:49: heute wird aufgeräumt.

00:00:50: zwei Stunden später habe ich alte Fotos angeschaut, kurz ge-googelt.

00:00:54: Ob Pinguine Knir haben?

00:00:55: Hab mein Handy dreieinachtzigmal entsperrt und die Wohnung sieht noch genauso aus wie vorher aber stabil immerhin!

00:01:02: Und das Beste….

00:01:03: Ich fühl mich ja dabei beschäftigt.

00:01:05: Ich bin ja nicht faul, ich bin nur kreativ im Ausweichen – ich arbeite mit Systemen.

00:01:09: Mein System heißt Druck.

00:01:11: Wenn der Druck da ist, also so richtig da Dann laufe ich wirklich zur Höchstform auf.

00:01:16: Deadline schon halb durch die Tür, Puls bei hundertundachtzig, leichter Schweißfilm und plötzlich erledige ich alles in zwanzig Minuten Dinge für die ich vorher drei Tage gebraucht habe um sie zu ignorieren!

00:01:25: Ich nenne das nicht Aufschieben.

00:01:27: Ich nenn das Leistung unter Panik und dieses ewige Du-Must-Produktiver sein.

00:01:32: ja von wem kommt es eigentlich?

00:01:33: Wer hat entschieden dass ich jetzt meine Steuer machen muss und nicht erst dann wenn's richtig spannend wird?

00:01:39: Ganz ehrlich wir sind keine Aufschieber, wir sind Spezünder mit Dramatur... Und ich würde jetzt wirklich gerne noch mehr dazu sagen.

00:01:46: Später, euer René Oliver!

00:01:48: Zwischen Shampoos und Schnitzel Wo der Alltag scheitert?

00:01:52: Der Humor immer gewinnt Die Kolumne zum Lesen auf shampooss und schnitzelpunktde.

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